Lesen

Schwerpunkt:

Steigerung der Lesekompetenz

 

1         Was bedeutet Lesekompetenz und wie fördern wir sie?

 

Lesekompetenz ist eine Schlüsselqualifikation, die für das Lernen in allen Fächern bedeutsam ist. Lesen als Kulturtechnik ist eine wesentliche Voraussetzung für die Teilnahme an nahezu allen gesellschaftlichen Lebensbereichen.

 

Nach PISA und IGLU* ist mangelnde Lesekompetenz vor allem ein Problem der Sekundarstufe (und der Orientierungsstufe). In der Grundschule kann die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler gut lesen. Dies hängt auch ursächlich mit der Sprech- und Ausdrucksfähigkeit zusammen. Daher muss zunächst die Lesekompetenz betrachtet werden:

 

Die Teilbereiche der Lesekompetenz nach Brüggeman:

vgl. Wedel-Wolff: Üben im Leseunterricht der Grundschule, Braunschweig 1997, S.64

Lesemotivation beschreibt das Interesse der Kinder eigenständig zu Lesen und ist stark von Neugier und Spaß geprägt. Wir fördern die Lesemotivation der Kinder beispielsweise durch:

  • Jährlich wechselnde Aktionen zum Vorlesetag und zum Tag des Lesens
  • Projekt „Lesestart“ für die ersten Klassen
  • Vorlese-Kino
  • Buchvorstellungen
  • Bankbücher
  • Autorenlesung
  • Antolin mit Urkundenvergabe
  • Regelmäßiger Besuch der (Schul-)Bücherei
  • Klassenbücherei, Bücherkiste
  • Leseecke, Schmökerstunden
  • Thementische zu bestimmten Unterrichtsthemen
  • Aktion „Gänsefüßchen“ (= Kauf von günstigen Büchern)
  • Teilnahme an der Aktion „Schenk mir eine Geschichte“

 

Das Textverständnis umfasst die Aufnahme des Inhalts sowie das Einordnen des Gelesenen in den eigenen Erfahrungsschatz. Textverständnis wird an unserer Schule beispielsweise gefördert durch:

 

  • Einsatz von vielfältigen Textsorten: Erzähltexte, Gedichte, Lesen mit verteilten Rollen, Briefe, Sachtexte, Lexika, digitale Texte
  • Stolperwörter-Lesetest zur Überprüfung der Lesegenauigkeit
  • Vergleichen von gelesenen Texten mit Bekanntem
  • Lesetagebuch

Die Leseflüssigkeit beschreibt das Zusammenspiel des genauen Erlesens, einer angemessenen Geschwindigkeit und der sinngemäßen Betonung. Mit zunehmender Leseflüssigkeit werden immer mehr Wörter als Einheit erfasst und gehören zum sogenannten Sichtwortschatz. Leseflüssigkeit fördern wir beispielsweise durch:

  • Lesemütter/~väter zur Unterstützung in einigen Klassen
  • Lesen mit den Paten
  • Tägliches Lesen und Vorlesen
  • Training durch Wörterschlangen, unterschiedliche Schriftarten, Spiegelschrift
  • Unsinnwörter, Verändern/Vertauschen von Vokalen, Reimen, Reimwörter finden
  • Texte ohne Satzzeichen ‚richtig‘ lesen und betonen

Lesestrategien beginnen auf der Buchstaben- und Wortebene, wie zum Beispiel das Erkennen von Signalgruppen wie ver- und –en, und erstrecken sich bis auf die Satz- und Textebene, wobei die Satzstruktur und die Textsorte beachtet wird. Es werden unter anderem folgende Lesestrategien vermittelt:

  • Schlüsselbegriffe markieren
  • Querlesen
  • Beantworten der W-Fragen zum Text
  • Nutzen von Überschrift und Bild zur Erschließung des Textes
  • Anregung zur Hypothesenbildung: Wie könnte es weiter gehen?

 

 

 

2         Wie läuft das Lesenlernen im Anfangsunterricht ab?

 

2.1       Der Leselernprozess nach Scheerer- Neumann.

Vgl.: G.Scheerer-Neumann: Das Lesen lernen (wollen). In: Grundschulunterricht. Heft 5/06, S. 20