Praxisseminar für Maja

Am 11. und 12.Juni war es wieder soweit und Maja durfte zusammen mit mir wieder nach Iserlohn zur Schulhundeausbildung fahren. Nach dem Basiseminar am Fastnachtswochenende stand nun das Praxisseminar I bei ColeCanido auf dem Programm. Um möglichst entspannt am Samstagmorgen starten zu können, fuhren wir bereits am Freitag los. Gott sei Dank hat Maja keine Probleme mit dem Autofahren … freute sich aber nach der Ankunft über den ausgiebigen Spaziergang.

Zu Beginn jedes Seminars ist es notwendig die Hunde behutsam an einander zu gewöhnen. Dieses Mal nahmen insgesamt fünf Schulhundteams daran teil, aber es können auch mal mehr sein. Die Hunde dürfen sich zunächst gegenseitig beschnuppern und einzeln den Seminarraum (ein ganz normaler Klassenraum einer Förderschule) unter der Aufsicht einer Hundetrainerin erkunden. Jeder Hund hat hier seinen festen Platz bei seinem Hundehalter, entweder in der Box oder auf der Decke.

Das Praxisseminar I setzt die Grundbedingungen der Hundegestützten Pädagogik in der Schule voraus und beschäftigt sich intensiver mit

  • der Beobachtung und den individuellen Voraussetzungen der teilnehmenden Hunde
  • dem allgemeinen Training für den Einsatz in der Schule
  • praktischen Möglichkeiten des Einsatzes in der Schule im Klassenunterricht
  • dem Einüben spezieller Einsatzmöglichkeiten
  • Stresssymptomen beim Hund
  • Möglichkeiten des Stressabbaus

Dabei konnte ich mit Maja verschiedene Übungen ausprobieren und wurde auch in die Lage versetzt wie es ist, einen fremden Hund zu führen. Aber wie ich finde habe ich es mit dem Setter Lando doch ganz gut hinbekommen. Er hat sich von mir anstandslos durch den selbstgebauten Parcours leiten lassen und sich somit ein richtig tolles Leckerli verdient. So ähnlich muss es den Schülern gehen, die mit einem Hund Übungen absolvieren dürfen.

Am zweiten Tag bekamen wir dann Besuch von zwei Kindern, die wir Lehrer im Umgang mit unserem Hund anleiten sollten. Sie durften dann mit ihnen Übungen machen und Leckerlis verteilen, was Maja ganz besonders freute. Sie hat spontan entschieden, den gebauten Parcours der Kinder von hinten anzufangen, wo das Kuscheltier mit den versteckten Leckerlis zum Suchen lag. Tja, Maja ist eben ein echter Labrador.
Dies alles wurde auch immer vom Trainerteam gefilmt und anschließend mit uns ausgewertet. Es gibt natürlich noch einiges zu verbessern, aber hat insgesamt schon richtig gut geklappt.

Während des Seminars ist es für die Hunde eine große Herausforderung im gleichen Raum mit anderen Artgenossen ruhig an ihrem Platz zu bleiben. Maja gewöhnt sich aber langsam an die Situation und es hat dieses Mal schon viel besser funktioniert als beim Basisseminar. Spätestens alle 2 Stunden gibt es aber auf jeden Fall die Möglichkeit für Auslauf und zum Toben. Allerdings hängt es auch von den jeweiligen Hunden ab, ob sie miteinander harmonieren oder sich gegenseitig mobben. Deshalb sollte man dabei immer ein Auge auf seinen Hund haben.

Nach einem ereignisreichen Wochenende endete das Seminar am Sonntagnachmittag gegen 16 Uhr. Nachdem ich Maja und unsere sieben Sachen wieder im Auto verstaut hatte, machten wir uns mit vielen neuen Ideen und Eindrücken im Gepäck auf den Heimweg . Ich war froh, dass wenigstens noch der Pfingstmontag vom Wochenende übrig blieb, um mich etwas zu erholen. So schön und informativ jedes Seminar auch ist, genauso anstrengend ist es aber auch.

Im Anschluss an das Seminar bekam jedes Schulhundteam von der Hundetrainerin eine Teambewertung. Dabei kommt es darauf an, ob die Bindung zwischen dem Hundehalter und seinem Hund stimmt. Die Einschätzung basiert ausschließlich auf der Beobachtung des Schulhundteams und deren Interaktionen während des Seminars.

Unsere Teambeurteilung vom Praxisseminar I:

  • Temperament/ Veranlagung des Hundes
    Maja zeigte sich im Schulungsraum interessiert an der neuen Umgebung und fühlte sich deutlich wohl. Sie erkundete den Raum frei und wirkte in dieser Situation sicher und nur etwas aufgeregt. Maja hielt regelmäßig Blickkontakt zu ihrer Besitzerin Frau Watrin.
  • Kontaktaufnahme zu Menschen
    Maja ist Menschen gegenüber ein sehr offener und freundlicher Hund. Sie nahm selbstständig und immer freudig Kontakt zu fremden Erwachsenen und Kindern auf und nahm Leckerchen überwiegend sanft. Ihre Ressourcen verteidigte sie zu keiner Zeit.
  • Kontaktaufnahme zu Hunden
    Auch zu anderen Hunden nahm Maja in der Regel freudig und ruhig Kontakt auf. Dabei verhielt sie sich ohne Leine nicht anders als mit Leine und verteidigte ihre Ressourcen auch nicht gegenüber anderen Hunden. Allgemein verhielt sie sich ihnen gegenüber nur wenig bis gar nicht distanziert.
  • Kommunikation des Mensch-Hund-Teams
    Die Kommunikation zwischen Maja und Frau Watrin lief ruhig und weitgehend klar ab. Maja hielt regelmäßig Blickkontakt und Frau Watrin achtete wiederum sehr gut auf ihren Hund. Sie gab ihm überwiegend klare verbale Signale und Sichtzeichen. Es besteht eine gute Teamverständigung und ein gutes gegenseitiges Vertrauensverhältnis.
  • Ausbildungsstand des Mensch-Hund-Teams
    Maja besitzt eine gute Leinenführigkeit und einen sehr guten Grundgehorsam. Frau Watrin führte den Hund über positive Motivation und besitzt ein fundiertes kynologisches Hintergrundwissen.
  • Einsatzmöglichkeiten des Hundes
    Maja arbeitete an diesem Wochenende sowohl gern in einer kleinen Gruppe als auch einzeln. Dabei ließ sie sich gut durch fremde Erwachsene führen und auch gut durch fremde Kinder. Direkten Körperkontakt empfand sie meistens als angenehm. Daher sollte ihr Einsatzschwerpunkt auf der freien und gelenkten Interaktion liegen. Während der Arbeit mit zwei Kindern bestand immer eine gute Verbindung und Rückversicherung zwischen Maja und Frau Watrin. Der Einsatz war geprägt von einem verantwortungsvollen Umgang.

Das klingt doch ganz gut, oder?!

(Text: S.Watrin / Fotos: M.Windscheif, ColeCanido)

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